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Endlich wieder Theater! 

Das dachten sich viele Schüler der 10., 11. und 12. Jahrgangsstufen, die am 13. Oktober 2021 gemeinsam nach Plauen ins Theater fuhren. Gespielt wurde das eher unbekannte Stück „Maß für Maß“ von William Shakespeare. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „Problemstück“, da es nicht sicher ist, ob es eine Tragödie oder Komödie darstellen soll. Punkt 18.00 Uhr öffnete sich der Vorhang der Großen Bühne des Theaters und unsere fast dreistündige Reise nach Wien begann.

Dort herrschen zunehmend außer Kontrolle geratende Unzucht und Prostitution, denen der Herzog Vincentio nicht gewachsen ist. Aus diesem Grund taucht er unter, erzählt allen, er wäre verreist und setzt den strengen, fanatischen Angelo als Vertretung ein. Der Herzog verreist jedoch nicht wirklich, sondern bleibt verkleidet als Mönch, um zu sehen, wie Angelo die Ordnung wiederherstellt. Dieser greift hart durch, lässt Bordelle und Kasinos schließen, Prostituierte festnehmen sowie den jungen Claudio zum Tode verurteilen, da der seine Geliebte noch vor der Hochzeit geschwängert hatte. Seine letzte Hoffnung ist seine Schwester Isabella, die Angelo um Gnade anflehen soll. Dieser sonst gesittete Regent entdeckt nun erstmals natürliche Triebe für die Novizin und unterbreitet ihr ein Angebot zur Rettung ihres Bruders: Ihre Jungfräulichkeit, die sie als Nonne mit ins Grab nehmen wollte, gegen das Leben ihres Bruders. Verzweifelt sucht sie Rat bei dem als Mönch verkleideten Herzog, der auch gleich eine Lösung parat hat. Ihr Plan geht auf und es könnte ein Happy End geben, würde sich im dramatischen Finale der scheinbar gute Herzog nicht als eigentlicher Bösewicht entpuppen, der Isabella nur half, weil er sie selbst begehrte. Me too by Shakespeare!

Besonders hervorzuheben ist vor allem die aufwendige Bühnengestaltung sowie die gut ausgewählte und die Dramatik unterstreichende Musik. Stellenweise wirkte das Stück allerdings etwas langatmig und zu wenig komödiantisch, was an der vielleicht ungünstig gewählten Übersetzung und der nicht immer deutlichen Aussprache einzelner Schauspieler liegen könnte.

Trotzdem war es für uns alle ein schöner Abend, wovon der anhaltende Applaus zeugte. Somit freuen wir uns auf weitere Theaterbesuche, privat oder mit der Schule.